„Die Fragen nach dem Wesentlichen stehen
im Vordergrund.“

Eine Haltung zum Bauen

Architektur ist Baukunst. Sie kann mehr als nur zu funktionieren, wenn man sie lässt. Und sie muss mehr können, wenn sie dauerhaft wirken und Geborgenheit vermitteln soll. Dies umfasst dann außer den ökonomischen Anforderungen auch die Schönheit im weitesten Sinne. Schönheit jedoch, welche sich flüchtigen Moden entzieht und ihre Gültigkeit über die Zeit hinweg bewahrt. Nicht das Besondere sondern ein selbstverständlicher Umgang mit dem, was uns zu berühren vermag sollte zu seinem Recht kommen dürfen. Dazu gehört sowohl die Einbindung in das gesellschaftlich relevante Kollektiv als auch die Verwendung von gewachsenen Materialien, an welchen die Spuren der Zeit ablesbar bleiben wie bei allem, das den Gewalten der Natur ausgesetzt ist. Architektur ist ein Gefäß für das menschliche Leben. Sie hält sich im Hintergrund und sollte den Rahmen bieten für das was ist und was sich entfalten will, unabhängig von der Größe der Bauaufgabe oder des Budgets. Die Fragen nach dem Wesentlichen stehen dann im Vordergrund und der Diskurs, in dem gemeinsam nach einer sinnstiftenden Lösung gesucht wird. In einer Zeit, in der scheinbar alles möglich und alles erlaubt ist erfährt das Einfache und Selbstverständliche allzu oft keine Beachtung mehr.

Oktober 2020